theorie kann nicht schaden...

Warum offene Dateien aus Microsoft-Programmen nicht belichtungsfähig sind

• Alle MS-Produkten haben die widerwärtige Eigenschaft gemeinsam, dass sie fehlende Schriftarten nicht melden, sondern einfach gegen andere Schriften ersetzen, die im entsprechenden Menü sogar ausschließlich mit dem Namen der eigentlichen Schrift angezeigt werden.
Die Folge solcher unkontrollierbaren Schriftersetzungen ist im Normalfall ein komplett verrissener Seitenumbruch. Und gerade bei Projekten mit vielen Seiten und einer Vielzahl benutzter Schriftarten ist es quasi unmöglich, alle eigenmächtigen Eingriffe durch das Programm
aufzuspüren.

• Manche Programme (z.B. MS-Publisher, alte Versionen von Word, neuere Word-Versionen,
bei der eine Kompatibilitätseinstellung angeschaltet ist, s.u.) berechnen den Textumbruch abhängig vom ausgewählten Drucker. Konsequenz: Wechselt man den Drucker (was spätestens in der Druckerei passiert) erhält man einen völlig neuen Seitenumbruch.

• MS-Programme arbeiten im RGB-Farbraum. Dieser Farbraum ist für den Druck leider ungeeignet. Ohne Nachbearbeitung führt die Belichtung solcher Dateien also zu keinem sinnvollen Ergebnis. (Schwarzer Text enthält nach der Separation durch den RIP-Rechner z.B. kaum Schwarz, dafür aber hohe Anteile der anderen drei Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb)

• Grundsätzlich gilt: Je komplexer ein Layout mit Word o.ä. ist (viele platzierte Bilder und Grafikenetc.), desto größer ist die Chance, dass sich beim Öffnen auf einem anderen Rechner der Umbruch in einem nicht tolerierbaren Maße verändert.

• Der Layouter ist in seinen Möglichkeiten generell stark eingeschränkt. In Word ist es z.B. nicht möglich, Elemente in den Anschnitt zu stellen (sie also bereits außerhalb des Endformats beginnen zu lassen, damit sie beim fertigen Produkt randlos erscheinen). Und dies ist nur ein Beispiel. Wer einmal länger mit einem richtigen Satzprogramm gearbeitet hat, wird feststellen, dass Word oder Publisher nicht unbedingt die Programme sind, mit denen sich einfach layouten lässt...

zurück zu PDF-Infos

 

 

 

nach oben